Friedensgebete

Gebet der Vereinten Nationen

Gott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe
nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger
und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach
Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem
Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst
mit Stolz den Namen Mensch tragen.

Litanei: Gott, das Wort des Friedens

Du Wort ohne Lüge
Du Wort ohne Zwang
Du Wort ohne Gewalt
Du Wort ohne Waffen
A: Herr, erbarme dich
Du ans Kreuz geheftetes Wort
Du zum Schrei gewordenes Wort
Du zum Schweigen gebrachtes Wort
Du Wort, Mensch geworden an Weihnachten
A: Herr, erbarme dich
Du Wort des Friedens
Du Wort der Versöhnung
Du Wort der Gerechtigkeit
Du Wort der Liebe
A: Herr, erbarme dich
In allen Momenten des Unfriedens
In allen Kriegen
In allen Momenten des Hasses
In allen Situationen der Unversöhntheit
A: Herr, erbarme dich
Über alle Menschen, die leiden
Über alle Menschen, die Gewalt erfahren
Über alle Menschen, die verzweifeln
Über alle Menschen
A: Herr, erbarme dich
Du - Wort des Friedens und der Gewaltlosigkeit. Du verstummst
nicht, trotz aller Gewalt der Welt. Lass uns auf dich hören und
dir folgen, damit dein Friede wächst und uns erfüllt.

Gott, du Quelle des Lebens,
du lässt uns träumen von einer neuen Welt.
Dort wird das Wasser des Lebens fließen,
dort werden Bäume grüne Blätter tragen
und Völker werden Heilung finden.
Auf dieses Bild der Hoffnung verlassen wir uns.
Du gibst uns den Mut,
schon jetzt aus dir,
der Quelle des Lebens, Kraft zu schöpfen,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Gottes Frieden in unsre Welt tragen

Gott, du bist ein Gott des Lebens
und du willst, dass wir Menschen in deiner Schöpfung
das Leben in Fülle haben.
Wir kommen voller Ängste zu dir, ratlos und ohnmächtig
angesichts der Gewalt um uns und in uns.
Wandle uns in der Tiefe unseres Herzens zu Menschen,
durch die dein Friede in unsere Welt getragen wird.
Segne mit deinem Geist alle Menschen,
die mit uns auf dem Weg sind zu deinem Reich des Friedens.
Sende deinen Geist auch in die Herzen derer,
die gefangen sind im Netz der Gewalt,
und lass uns nie die Suche aufgeben
nach dem Gespräch mit ihnen.
Das bitten wir durch Jesus Christus, der uns vorgelebt hat,
wie wir Gewalt überwinden und Frieden schaffen können.

Gebet vom `Friedenskapitel der Ordensleute´. Hasselbach 1976. Entnommen:
Handreichung zur Friedensdekade 1987, - gekürzt u. bearbeitet -.

Schenke dein Licht, Gott...

Wo Unwissenheit, Selbstliebe und Unverständnis
das Leben in der Gemeinschaft zerbrochen haben,
schenke dein Licht, Gott der Liebe.
Wo Ungerechtigkeit und Unterdrückung
den Lebenswillen der Völker gebrochen haben,
schenke dein Licht, Gott der Befreiung.
Wo Hunger und Armut, Krankheit und Tod
das Leben zu einer unerträglichen Last gemacht haben,
schenke dein Licht, Gott der Gnade.
Wo Misstrauen und Hass, Streit und Krieg
deine Güte zunichte gemacht haben,
schenke dein Licht, Gott des Friedens.
Ewiger Gott,
nimm die Blindheit von den Nationen und Völkern,
auf dass sie im Licht der Liebe wandeln mögen;
nimm die Unwissenheit und Verstocktheit
von den Nationen und Völkern,
damit sie von der Quelle deiner Güte trinken mögen.

John L. Bell. In: The Iona Community Worship Book, Glasgow, - bearbeitet -.

Magnifikat nach Frei Betto, Befreiungstheologe aus Südamerika

Meine Seele preist die Größe des Herrn.* Mein ganzes Sein sehnt sich nach seiner Liebe.

Ich freue mich über Gott, meinen Retter,* denn mitten in meinem Leben hat er sein Zelt aufgeschlagen.

Fortan werden alle mir sagen: Dir kann niemand mehr schaden,* denn Gott hat deine Hände stark gemacht.

Gott hat an mir Dinge getan,* für die ich keine Worte finde.

Nur die Liebe vermag es zu sagen,* so unbegreiflich es auch ist.

Seine Güte erweist sich in der Geschichte* und spiegelt sich in der Gerechtigkeit.

Gott streckt seine starke Hand aus* und macht die Pläne der Stolzen zunichte.

Die Mächtigen entthront er ihrer Macht* und erhöht die Ohnmächtigen des armen Volkes.

Die Güter der Erde gibt er denen, die sie erzeugen,* und die Reichen lässt er leer ausgehen.

Alle misst er mit gleichem Maß und erfüllt den Vertrag,* den er in Jesus Christus geschlossen hat.

Mit seinem Volk ist er auf dem Weg; * solidarisch führt er die Armen in sein Reich.

Gott erweist seine Treue allen,* die gegen alle Hoffnung noch immer hoffen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem heiligen Geist.

Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit * und in Ewigkeit, Amen.

Die Franziskaner in Hamburg gehören
zur Deutschen Franziskanerprovinz,
deren Leitung ihren Sitz in München hat.